Fair Play: Herausforderung für Entwickler

Für die heutigen Betreiber und Entwickler von online Multiplayer-Spielen stellt es in vielerlei Hinsicht eine große Herausforderung dar, für Chancengleichheit im Sinne eines fairen Kampfes zu sorgen.

Balanced Leveldesign

Bereits beim Design der Karten können Entwickler durch Fehlentscheidungen das Erlebnis einzelner Spieler oder Gruppen ungünstig beeinflussen. Besonders bei Spielen, in denen die Karten für den sogenannten Teamplay-Modus konzipiert sind, könnten sich die ein oder anderen Teams benachteiligt sehen. Die Architektur einer Spielumgebung kann für die Spieler des einen oder anderen Teams zum taktischen Vorteil werden, wenn Entwickler sie beispielsweise in einer Sackgassen-Situation starten lassen und auf der anderen Seite die Spieler des Gegenteams auf einem Plateau mit weitem freien Sichtfeld spawnen. Team eins hat von vornherein so gut wie keinen Spielraum, was die eigenen Handlungen angeht. Da muss jeder Schuss sitzen. Team zwei kann sich bequem verschanzen oder sich von Deckung zu Deckung vom Ausgangspunkt wegbewegen und ist somit im strategischen Vorteil. Zudem müssen Spieler in unsicheren Kampfzonen damit rechnen, dass von mehreren Seiten auf sie gefeuert wird. Sackgassen an sich sind dabei auch keine No-Goes und gehören auch mit zu einem realistischen Spielerlebnis. Wenn man beispielsweise Medi-Packs oder Loot-Boxen mit neuer Ausrüstung in den vermeintlichen Mausefallen deponiert, kann das mehr Spannung erzeugen und einzelne Spieler dazu zwingen, mehr mit den anderen Teammitgliedern zusammenzuarbeiten. Es können beispielsweise coole Rettungsaktionen stattfinden. Bei einer ausgewogenen Kartengestaltung sollten generell genügend parallele Wege vorhanden sein.

Anti-Cheat-Maßnahmen

Viele Spielehersteller wie beispielsweise Epic Games verbieten unfaire Methoden in ihren Community-Richtlinien und den Endbenutzer-Lizenzverträgen. Als Strafmaßnahme werden Cheater wie beispielsweise der Fortnite-Profi Jarvis Faze bestraft und lebenslänglich gesperrt und dienen dabei der Abschreckung. Denn wer eine noch zu gute Waffe hat, muss auch erst mal lernen, damit umzugehen. Einige Spieler verschaffen sich systematisch technische Vorteile und installieren Programme, die für sie das Zielen übernehmen. Mit solchen Hilfsmitteln wird jeder Schuss zum Treffer und der Spielspaß für die Mitspieler wird zugleich mit eliminiert.

Anti-Cheat-Software

Die Spielbetreiber können allerdings nicht immer darauf hoffen, dass einige Spieler Opfer ihrer Eitelkeit werden und sich dämlicherweise auch noch dabei Filmen, wie sie cheaten. Daher versuchen sie, solche Betrügereien auch auf technischem Wege zu unterbinden, beispielsweise durch die zwangsmäßige Installation von sogenannter Anti-Cheat-Software. Die Programme laufen während des Spielbetriebs auf den PCs oder Konsolen im Hintergrund mit und scannen die Programmabläufe auf ungewöhnliche Vorgänge. Manchmal werden dabei Systematiken erkannt, die sich von programmiertechnische Seite verhindern lassen können. Auch aus dem Grund werden regelmäßige Updates vorgenommen.

Gleichmäßige Lootcrate-Verteilung

Eigentlich soll der Zufall zum Spielspaß beitragen. In den meisten Spielen müssen sich die Spieler zu Beginn auf den Terrains auf die Suche nach Kisten mit Kampf-Ausrüstungen machen. Die sogenannten Loot-Boxen oder Beuteboxen sind virtuelle Behälter die mit Waffen, nützlichen Werkzeugen, Heilmitteln oder Mitteln zu rein optischen Modifizierungen bestückt sind. Die Loot-Boxen werden im Allgemeinen zufällig bestückt und möglichst ausgewogen auf dem gesamten Kartengebiet verteilt. In einigen Spielen können sie außerhalb der Spiele gekauft und im Spiel freigeschaltet werden. Da kann ja von Fair-Play keine Rede mehr sein. Aus dem Grund verbieten die Spielbetreiber den Handel mit solchen wichtigen In-Game-Items.